Gedanken zum Kirchenjahr . . .

 

 

Pfingsten

Du, Gott, bist uns sehr nahegekommen und nicht in der Ferne stehen geblieben. Wenn du dich uns näherst und uns mit deiner tröstlichen Zuwendung froh machst, dann leben die Sinne unseres Herzens sogleich wieder auf, weil deine Gegenwart durch deinen Duft oder deine Berührung alles heilt. Der Glaube wird Jubel, das Vertrauen wird Freude, das Herz fängt Feuer, das der Strom der Tränen nicht löscht, sondern wie Öl zum Lodern bringt. Dass dein Heiliger Geist uns schwachen Menschen hilft, öffnet unseren Tränen die Schleusen. Wenn du sie zärtlich mit deiner Hand abwischst, fließen sie noch reichlicher, aber so kräftigen und stärken sie uns wie das Brot, von dem wir tagaus, tagein leben. Es tut gut, vor dir zu weinen, Herr, unser Gott, denn du bist unser Schöpfer und wir sind dein Volk und die Schafe auf deiner Weide.

(Wilhelm von Saint-Thierry, aus Messbuch Maria Laach 2020)

 


Textauswahl und Bild: Ursula Perkounigg