Besinnliches . . .

 

 

 

 

 

 

Meditation

"Bei den sogenannten Meditationswegen geht es im Wesentlichen darum, die Kunst des Lauschens, Empfindens oder Schauens zu lernen und zu üben, die Kunst wirklichen Gewahrseins.

Im Lernen und Üben dieses Gewahrseins ist nicht beabsichtigt, irgendwo hinzukommen oder sich etwas anzueignen, sondern es geht darum, in das Natürliche einzukehren, das es gibt: das Dasein.

Es ist eine Art Achtsamkeit, die niemandem gehört. Wie ein offener Raum, in dem geschieht, was geschieht.

Da das Dasein immer da ist, brauche ich nichts zu machen, damit es sich zeigt. Es zeigt sich eh und je und immer. Vielleicht geht es um ein Lassen. Zu lassen, mich in den Weg zu stellen und die Sicht zu verdecken. Dieses Lassen ist die eigentliche Kunst im Schauen und Lauschen.

Dabei gilt es, den deutlichen Unterschied zu entdecken zwischen Tun und Gewahrsein. Im Tun tut jemand etwas: Ich denke, ich empfinde, ich meditiere, ich handle.

Im Gewahrsein geschieht, was geschieht, von selbst."

 

(aus: Dieter Mittelsten Scheid, Türen zum Sein, 2002)

 

 

   
 
Textauswahl und Bild: Ursula Perkounigg